Katholische Kirchengemeinde St. Karl Borromäus
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Bosnien und Herzegowina 2011

 

 

 
 
 
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Karte von Bosnien und Herzegowina

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Wappen von Bosnien und Herzegowina

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Eine (bei weitem nicht vollständige) Aufzählung von Ein­drücken einer Reise anlässlich der Besichtigung von Projekten des Antoniusbrotes, die auch teils durch Mittel aus den Sternsinger-Aktionen der letzten Jahre (mit-)fi­nanziert wurden. Aus Gründen des Datenschutzes wer­den Betroffene aus den Hilfsmaßnahmen hier nicht mit Na­men genannt.

 

 

 

 

 

 

 

Vom 30. August bis 06. September 2011 konnten Michael, der zum ersten Mal mit nach Bosnien und Her­zegowina gereist war, und ich bei unserer Reise viele Eindrücke völlig unterschiedlicher Natur sammeln. Wenn man in dieses Land reist, muss man sich zuerst mal eini­ge Fakten vor Augen halten, um die Lage der Bewohner verstehen zu können.

  • Das monatliche Einkommen der „normalen“ Be­schäftigten liegt bei etwa 200 – 500 KM (~ 100 – 250 EUR), Spitzenverdienern wie Ärzten o.ä. ste­hen im Monat ca. 1.000 KM (~ 500 EUR) Gehalt zur Verfügung. Die Lebenshaltungskosten sind zwar niedriger als in Deutschland, aber trotzdem ist für die Bewohner vieles unerschwinglich teuer.

  • Die Arbeitslosenquote liegt nach offiziellen Schät­zungen im Durchschnitt bei etwa 40%, also fast je­der 2. ist arbeitslos! In Deutschland liegt die Quote knapp unter 10%.

  • Das soziale Netz ist längst nicht so ausgebaut, wie wir es hier kennen. Arbeitslosengeld und Sozialhil­fe werden bei weitem nicht in dem Umfang gezahlt wie in Deutschland.

  • Die medizinische Versorgung in Bosnien und Her­zegowina ist nicht mit europäischen Standards zu vergleichen. Hier kann es zu hygienischen Män­geln kommen, und die technische Ausrüstung der Krankenhäuser ist meist auf einem geringen Ni­veau.

 

Vor diesem Hintergrund ist es auch nachvollziehbar, dass über die Franziskaner auch heute noch 3 Suppenküchen (2 in Sarajevo, 1 in Vares) betrieben werden. Dort werden täglich rund 1.000 Essensportionen an Bedürftige und auch an die Studenten im Studentenwohnheim der Franziskaner ausgegeben. Hier erhalten sie ein vollständiges schmackhaftes Mittagsessen (wirklich; wir haben dort selbst gegessen!) und zusätzlich dazu Brot für die anderen Mahlzeiten.

 

 
 
 
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Suppenküche in Grbavica

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Bei der Zubereitung des Mittagessens

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Wir landeten in Sarajevo, der Landeshauptstadt und wa­ren auch dort in der Theolo­gie der Franziskaner für die Zeit unseres Aufenthaltes untergebracht. Sarajevo mit seinen ca. 500.000 Einwohnern, davon allein ca. 50.000 (!) Studenten, liegt langge­streckt in einem Talkessel.

 

Der zentrale Altstadt-/Innenstadtbereich ist weitgehend wie­der saniert und die Spuren des Bosnienkrieges (1992-1995) sind dort kaum noch zu sehen. Hier sind auch mehr oder weniger alle staatlichen und internationalen In­stitutionen, Botschaften, Hotels und internationale Kon­zerne (wenn auch in recht be­grenztem Umfang) wieder zu Hause. Ganz nach westlichem Muster hat man auch 3 Malls, also große mehrstöckige Einkaufszentren mit Mar­kengeschäften gebaut; aller­dings fehlen die finanzkräfti­gen Käufer, man geht nur mal bummeln und ansehen, aber kaufen kann der größte Teil der Bevölkerung dort nicht.

 

 

 
 
 
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Sarajevo - Bascarsija_Platz

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Einkaufszentrum in Sarajevo (Mall)

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Ganz anders sieht es in den Wohngebieten am Rande der Stadt aus, die im Krieg immer wieder mit ihren Hoch­häusern Ziele boten, um unter der Bevölkerung Angst und Schrecken zu verbreiten. An vielen Häusern sind auch heute noch die Einschlä­ge der Granaten und Ge­schosse deutlich zu sehen. Verlässt man den Haupt­stadtbereich und fährt ins Umland, werden die Zeichen der Zerstörung noch wesentlich deut­licher, hier stehen immer noch Haus- und Industrieruinen, die von der Natur im Laufe der Jahre schon überwuchert werden und so immer weiter zerfallen. Es gibt sogar noch ganze Dörfer, wo erst jetzt wieder Rückkehrer beginnen, ihr altes Zu­hause wie­der aufzubauen.

 

 

 
 
 
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Wohnhaus mit Kriegsschäden

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Im Physiotherapiezentrum, das kurz neben den Büros des Antoniusbrotes betrieben wird, konnten wir die Be­handlung eines kleinen Jungen beobachten. Er hat Fehl­stellungen an den Beinen und Füßen, damit ist Gehen für ihn allein (noch) nicht möglich. Der behandelnde Arzt hat diagnostiziert, dass seine Behinderungen nicht reparabel sind und das Kind auf Lebzeiten auf einen Rollstuhl an­gewiesen sein wird und damit keine weiteren Maßnah­men zur Rehabilitation mehr nötig / erfolgversprechend sind. Vor dem Hintergrund, dass das Gesundheitswesen längst nicht so ausgebaut ist, wie hier bei uns, ist die Ein­stellung physiotherapeutischer Maßnahmen für das Kind das absolute „Aus“. Dadurch, dass die Familie im Rand­bereich von Sarajevo wohnt, ist es möglich, dass Vater oder Mutter mehrfach in der Woche mit dem Kind zum Phy­siotherapiezentrum kommt und dort Behandlungen vorgenommen werden können und außerdem die Eltern in weiteren Übungen für Zuhause geschult werden kön­nen.

 

Finanziert werden solche Behandlungen dann auch teilweise über Spenden, da die Mittel aus staatlichen oder Sozialversicherungs-Quellen stark eingeschränkt sind.

 

 
 
 
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Physiotherapie

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Behandlung in der Physiotherapie

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In Vares, einem Ort nördlich von Sarajevo, betreiben die Franziskaner-Schwestern ein Kinderheim. Das Haus, das dem Orden vor Jahren enteignet wurde, wurde 2004 in vollkommen baufälligem Zustand rückerstattet. Eine Re­novierung war nicht mög­lich und so wurde das Kinder­heim dort neu errichtet. Es entstand ein Haus, in dem man sich wohl fühlen kann, Ausstattung und Atmosphäre sind ansprechend.

 

Vares war vor dem Krieg ein reiches Bergbaugebiet, die dortige Stahlindustrie war im Krieg natürlich ein bevorzugtes Ziel der kämpfenden Truppen. Somit wurde dort alles so­weit zerstört, dass ein Wieder­aufbau nicht lohnt und so verkommt das ganze Gelän­de mit seinen Anlagen. Vares hat dadurch eine Arbeitslo­senquote von ca. 80 – 90 % (!). Viele Menschen verfallen durch diese existenzbedrohende Situation in einen Zu­stand der Sinnlosigkeit und der Hoffnungslosigkeit, bis zu Drogen, Alkohol und Pro­stitution ist es dann nicht mehr weit. Kulturelle Ereignisse fehlen genauso wie Einrich­tungen und Vereine, die den Kindern und Jugendlichen eine Wertevermittlung bieten.

 

Deshalb werden in diesem Kinderheim hauptsächlich arme und erzieherisch ver­nachlässigte Kinder aufgenommen. Z.Z. können dort 32 Kinder im Alter von 0 – 18 Jahren in 4 Gruppen betreut werden. Die jährlichen Kosten in Höhe von ca. 360.000 KM (~180.000 EUR) werden nur in Höhe von ca. 160.000 KM (~80.000 EUR) vom Staat bezuschusst, der Rest wird etwa je zur Hälfte von der Provinzleitung der Fran­ziskanischen Schulschwestern sowie aus Spenden finan­ziert.

 

 

 
 
 
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PC-unterstütztes Lernen in Vares

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Blick vom Kinderheim auf den Ort Vares

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Eine weitere Station auf dem Rückweg von Vares ist eine Familie in Kakanj. Dort lebt (mindestens) eine Familie mit 4 Kindern unter ärmlichsten Voraussetzungen. Die Fami­lie bekam so eine Art Notunterkunft von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, ein kleines Gebäude mit 2 Räu­men. Beheizt wird es mit einem alten Küchenofen, für die Beleuchtung muss eine einzige Glühbirne ausreichen. Fließendes Wasser gibt es draußen vor der Tür, dort ist die einzige Zapfstelle. Um warmes Wasser zu bekom­men muss man es auf dem Küchenofen in einer Schüs­sel erhitzen. Draußen neben dem Gebäude ist eine Ecke mit Decken und anderen Tüchern als Toilette abgeteilt. Jetzt war es warm und die Familie konnte sich draußen aufhalten, aber wie sieht das im Winter aus?

 

Ein Kind dieser Familie lebt bereits im Kinderheim in Vares, jetzt soll der jüngste Spross der Familie, ein knapp 2 Jahre al­ter Junge ebenfalls ins Kinder­heim umsiedeln. Die Eltern sind nicht in der Lage, das Kind altersgerecht zu ernäh­ren und zu erziehen. Sie leben davon, dass sie Alu-Ge­tränkedosen und anderes Me­tall sammeln und beim Schrotthändler verkaufen. Da die Arbeitslosigkeit groß ist, sind schon viele andere Menschen auf die gleiche Idee gekommen und so ist dies ein „Einkommen“, das sich im Bereich einiger Euro-Cent oder bei größeren Mengen im Bereich von 1 – 2 EUR ansiedeln lässt. Sei­tens der Kommune oder des Staates gibt es keine regel­mäßigen Sozialleistungen, zuletzt gab es mal eine ein­malige Hilfe in Höhe von 20 EUR für die ganze Familie!

 

In den Nebenhäusern, die mehr oder weni­ger ähnlich sind, leben noch weitere Familien. Als Stoffbeutel mit Malsachen oder Hygieneartikeln (Zahnpasta, Zahnbürste, Seife, Hand­tuch, …) von Davor, unserem Begleiter, verteilt werden, sammeln sich sofort eine ganze Reihe von Kindern aus den Nachbarwohnungen. Auch sie erhalten etwas davon.

 

 

 
 
 
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1 Teil: Heizung, Warmwasseraufbereitung, Kochstelle

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Mmmh, lecker!

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Davor bei der Ausgabe von Malutensilien

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In Slavonski Brod, gleich hinter der nordöstlichen Grenze auf kroatischem Gebiet liegt das Kinderheim und Physio­therapiezentrum Slatni Cekin. Zum Ende des Krie­ges hatte man Pater Ilja einige Container aus amerikanischen Armeebeständen an­geboten. Im Laufe der Jahre ist dort ein richtiges kleines Zentrum für Kinder aus den am Krieg beteiligten Ländern geworden. In Zusammenarbeit mit ei­nem Münchner Medizinprofessor und über weitere inter­nationale Kontakte hat Pater Ilja dort medizinische Gerä­te „erbettelt“, die besonders für Kinder geeignet sind, de­ren Schäden möglichst früh zu erkennen und zu behan­deln. Vor einigen Jahren haben unsere Sternsinger hier so ein Gerät mitfinanziert.

 

Kinder kommen z.T. mit einem Elternteil aus allen möglichen Regionen und bleiben hier während der Woche zur Behandlung. Am Wochenende fahren sie dann wieder nach Hause zu ihren Eltern. Die dauerhafte Aufnahme von Patienten ist derzeit aus finan­ziellen Gründen nicht möglich, Zuschüsse von Kranken­kassen für „Auslandskinder“ gibt es nicht und die meisten sind so arm, dass sie nur einen geringen Eigenanteil zah­len können. Pater Ilja sucht jetzt nach anderen Finanzie­rungsmöglichkeiten für das Heim, um auch diesen Be­reich wieder richtig nutzen zu können.

 

 

 
 
 
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Kinderheim Slatni Cekin

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Kinderheim Slatni Cekin

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Im weiteren Tagesverlauf stoppen wir in Plehan, dort ist die Therapiegemeinde zu Hause. Hier werden Sucht­kranke in einer relativ kleinen Gruppe wieder in das nor­male Leben zurückgeführt. Plehan liegt noch ein Stück nördlich von Derventa, direkt an der kroatischen Grenze. Wir sind hier im Bergland und somit ist die Bevölkerungs­dichte sehr gering, kaum ein Mensch wohnt hier; dafür ist hier aber wohl die sauberste Luft Bosniens und hier gibt es noch sehr viele natürliche Wiesen mit Kräutern.

 

In ei­nem Haus, das bei meinem letzten Besuch vor 5 Jahren nur noch eine Ruine war, ist jetzt die sog. Therapiege­meinde entstanden. In dem wieder aufgebauten Haus wohnen im Moment 13 männliche „Patienten“, die hier eine 2-jährige Therapie absolvieren. Bevor sie hier ein­ziehen können, müssen sie durch einen Krankenhaus­aufenthalt entgiftet sein, dann beginnt hier ein 4-stufiges Programm. Das Leben ist stark reglementiert. Es gibt kei­nen Alkohol und keine Drogen, auch keine Ersatzdrogen. Zigaretten sind rationiert. Die Bewohner versorgen sich hier vollkommen selbst, vom Gemüseanbau über Saft­produktion aus heimischen Pflaumen, Honiggewinnung aus eigenen Bie­nenstöcken usw.. Auch die gesamte Hausarbeit (waschen, kochen, reinigen, …) wird von den Männern erledigt. Zusätzlich haben sie Gesprächsthera­pien, einzeln oder in Gruppen, mit dem begleitenden Arzt und den Therapeuten. Internet und Telefon ist bis auf Notfälle nur für die medizinischen Mitarbeiter des Hauses gestattet. Die Therapie ist nach Berichten der Therapeu­tin in den USA und in Italien weitgehend erprobt und zeigt auch hier schon im 1. Jahr Erfolge.

 

 

 
 
 
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Gruppe der Therapiegemeinde in Plehan

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Bienenstöcke der Therapiegemeinde in Plehan

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Am späten Nachmittag fahren wir noch zu einer Familie in Modrica. Die Familie, die Eheleute mit 5 Kindern, lebt in einem Haus oberhalb des Ortes. Nebenan wohnt noch die Mutter in einem eigenen kleinen Häuschen. Der Schulweg für die Kinder ist 7 km lang und führt zur Hälfte durch Wald, der auch noch einseitig vermint ist. Mehr als 2/3 des Weges ist reine Schotterpiste bzw. Feld-/Wald­weg.

 

Früher lebten hier noch mehr Familien, aber durch die Zerstörungen des Krieges sind alle Bewohner wegge­gangen. Der Familie gehört hier das Grundstück, aber ein Verkauf ist nicht möglich; wer kauft schon ein Stück Land mitten in der „Wüste“?

 

Der älteste Junge ist in der 9. Klasse, die Zwillingsjungen sind im 8. Schuljahr. Die beiden Zwillingsschwestern sind jetzt gerade in die Schu­le gekommen. Der Mann nimmt als Bauarbeiter alle mög­lichen Arbeiten an, eine dauerhafte Anstellung ist aber auch hier nicht zu bekommen. Sie bauen ihr eigenes Ge­müse an, aber der trockene Sommer hat alles verdorren lassen und das Wasser aus der öffentlichen Wasserlei­tung (die sie selbst zum Haus verlegt haben) ist dafür einfach zu teuer. Durch eine Spende bekommen sie jetzt 2 Schafe, die dann vielleicht mal zu einer kleinen Herde anwachsen und so zum Le­bensunterhalt beitragen.

 

 

 
 
 
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Familie in Modrica

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Familie in Modrica

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An einem weiteren Tag besuchen wir den Kindergarten in Busovaca. Seit dem 1.9. haben die Franziskaner den Kindergarten übernommen. Verhandlungen mit der Ge­meinde haben zumindest Mietfreiheit für das z.T. sanie­rungsbedürftige Gebäude ge­bracht. In weiteren Ver­handlungen sollen möglichst noch die Energie- und Ge­bäudekosten der Gemeinde angelastet werden.

 

Vor dem kommenden Winter muss auf jeden Fall noch das Dach repariert werden, denn an einigen Stellen soll es wohl durchregnen. Das Außengelände ist recht dürftig ausge­stattet, Spielgeräte sind kaum vorhanden.

 

Auch hier im Ort, der ebenfalls im Bergland liegt, regiert die Arbeitslo­sigkeit. Genau wie an anderen Orten können die Eltern auch hier nicht die Kosten für den Kindergarten aufbrin­gen. Wie die zukünftige Finan­zierung des Kindergartens erfolgen kann, muss dann wohl erst noch ermittelt wer­den.

 

 

 
 
 
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Kindergarten in Busovaca

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Spielfläche auf dem Balkon im Kindergarten Busovaca

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Einige Kilometer südlich liegt der Ort Kiseljak. Dort wurde vor einigen Jahren der Kin­dergarten im Außenbereich ganz neu angelegt. Die Fotos, die wir damals erhielten, zeigten ein noch wirklich nur terrassenförmig angelegtes Ackerland. Heute ist auch dank der Hilfe unserer Stern­singer ein wirklicher KinderGARTEN daraus geworden, mit Pflanzbeeten, kleinen Treibhäusern, Obstbäumen und vielen Spielgeräten wie Kletterturm, Sandkasten, Sitzecken usw..

 

Fröhliches Lachen und Toben der Kinder zeugt davon, dass sie wohl gern hier sind und spielen. Bis zu 120 Kinder werden hier betreut. Die Freude ist groß, als Pater Stipan und Sandra die Päckchen mit den Heften und Stif­ten sowie den Hygienebeuteln ausladen und verteilen. Seitens der Kindergartenleiterin wird unser persönlicher Eindruck, dass die Spenden hier wohl richtig angelegt sind, nochmals bestätigt.

 

 

 
 
 
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Spielplatz des Kindergartens in Kiseljak nach der Neuanlage 2007

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Spielplatz des Kindergartens in Kiseljak heute

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Fazit dieser Eindrücke:

Die Hilfe, die unsere Sternsinger in Form von Geld „er­sungen“ haben, ist wirklich an­gekommen. Jeder Euro, der gespendet wurde, hat Gutes bewirkt.

 

Allerdings ist die Hilfe Anderer, die während und kurz nach dem Bosnienkrieg ge­spendet haben, mittlerweile eingestellt worden, auch Mittel der Bundesregierung sind drastisch gekürzt worden. Dies ist durchaus verständlich, einmal vor dem Hintergrund des „europäischen Sparzwangs“, andererseits aber auch im Wissen der Hilfe, die an anderen Orten der Welt durchaus benötigt wird.

 

Ich meine, dass die Projekte, die die Franziskaner unterstützen, immer noch notwendig sind, denn der Staat Bosnien ist m.E. noch lange nicht in der Lage, ein Sozialsystem, das dem unsrigen auch nur gering ähnelt, auf die Beine zu stellen. In Gesprächen mit einigen Bewohnern dort vor Ort war die einhellige Mei­nung, dass das erst in ca. 15 Jahren real werden kann, wenn Bosnien und Herzegowina vielleicht/hoffentlich zur EU ge­hören soll.

Bei der Besichtigung der verschiedenen Projekte konnten wir zum Einen den Erfolg der Hilfen sehen, zum Andern aber auch feststellen, dass Hilfe dort immer noch dringend nötig ist.

 

Und deswegen ist auch jetzt und in naher Zukunft die Aktion unserer Sternsinger „Kinder helfen Kindern“ für die Kinder in Bosnien und Herzegowina einfach wichtig.

 

 

Karl-Heinz Görtzen

23. September 2011

 

 

 

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Adressen:

www.kruhsvante.org

www.zlatni-cekin.de

www.kabop.de

 

 
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